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Kleine Geschichte(n) der Fotografie (#1) Eine Ausstellung in mehreren Kapiteln

13. Juni 2018 – 02. September 2018

 

Obwohl die Fotografie bereits 1839 patentiert und daher als „erfunden“ gilt, ist die künstlerische Form dieses Bildmediums erst seit den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts wirklich in den internationalen Museen und den Ausstellungshäusern angekommen. Im Blick zurück schien dabei der mittlerweile legendäre Essay „Kleine Geschichte der Photographie“ (1931) von Walter Benjamin eine erste Orientierung innerhalb der Vielfalt fotografischer Positionen zu bieten. Ohne dem Modell einer klassischen Chronologie zu folgen, kommt Benjamin in seinem wirkmächtigen Aufsatz in nicht gerade systematischer Form auf wichtige Kategorien und auch Positionen der frühen modernen Fotografie zu sprechen. Wie aber lässt sich nun die neuere Geschichte – oder besser gesagt: die Geschichten – der Fotografie im Anschluss an Benjamin (1892 – 1940) begreifen? 

Die auf mehrere Teile projektierte Ausstellungsreihe des Sprengel Museum Hannover versucht eine Antwort und stellt entscheidende Motive der weiteren Entwicklung in der neueren Fotografie-Geschichte im Kontext der Kunst vor. Dabei geht es um eine quantitativ reduzierte, dafür aber inhaltlich konzentrierte Gegenüberstellung von Fotografien, die zusammengenommen ein Glossar zentraler Begriffe der Fotografie-Geschichte vor Augen führen. Dieses Glossar suggeriert eine Systematik, die jedoch betontermaßen unvollständig bleibt. Die Idee einer Totalität oder gar einer (historischen) Logik wird nicht verfolgt. Klassische Themen des Mediums wie „Abstraktion“, „Blick“ oder „Reproduktion“ spielen in dieser ersten Ausstellung ebenso eine Rolle wie weniger ästhetisch vorbelastete Begriffe, beispielsweise „Weiblicher Körper“ oder „Bewegung“. Exemplarisch werden Arbeiten von Ed Ruscha, Barbara Kasten, Andreas Gursky, VALIE EXPORT, Lynda Benglis, Sherrie Levine, Giuseppe Penone, Jörg Sasse, Thomas Ruff, Gottfried Jäger und anderen zu sehen sein



 

Tate Modern exhibition explores abstract art in photography 

January 30, 2018

in Art, Design & Architecture

 

Otto Steinert (1915-1978), ‘Luminogram II,’ 1952. Jack Kirkland Collection Nottingham 

© Estate Otto Steinert, Museum Folkwang, Essen

LONDON – A major new exhibition opening May 2 at Tate Modern will reveal the intertwined stories of photography and abstract art. “Shape of Light: 100 Years of Photography and Abstract Art” will be the first show of this scale to explore photography in relation to the development of abstraction, from the early experiments of the 1910s to the digital innovations of the 21st century. Featuring over 300 works by more than 100 artists, the exhibition will explore the history of abstract photography side-by-side with iconic paintings and sculptures.

“Shape of Light” will place moments of radical innovation in photographywithin the wider context of abstract art, such as Alvin Langdon Coburn’s pioneering “vortographs” from 1917. This relationship between media will be explored through the juxtaposition of works by painters and photographers, such as cubist works by George Braque and Pierre Dubreuil or the abstract expressionism of Jackson Pollock and Otto Steinert’s “luminograms.”

Abstractions from the human body associated with surrealism will include André Kertesz’s Distortions, Imogen Cunningham’s Trianglesand Bill Brandt’s Baie des Anges, Frances 1958, exhibited together with a major painting by Joan Miró. Elsewhere the focus will be on artists whose practice spans diverse media, such as László Moholy-Nagy and Man Ray.

The exhibition will also acknowledge the impact of MoMA’s landmark photography exhibition of 1960, “The Sense of Abstraction.” Installation photographs of this pioneering show will be displayed with some of the works originally featured in the exhibition, including important works by Edward Weston, Aaron Siskind and a series by Man Ray that has not been exhibited since the MoMA show, 58 years ago.

The connections between breakthroughs in photography and new techniques in painting will be examined, with rooms devoted to Op Art and Kinetic Art from the 1960s, featuring striking paintings by Bridget Riley and installations of key photographic works from the era by artists including Floris Neussis and Gottfried Jaeger.Rooms will also be dedicated to the minimal and conceptual practices of the 1970s and ’80s. The exhibition will culminate in a series of new works by contemporary artists, Tony Cairns, Maya Rochat and Daisuke Yokota, exploring photography and abstraction today.

Sponsored by Hyundai Card, “Shape of Light: 100 Years of Photography and Abstract Art” will run through Oct. 14.





INTERVIEW

Ralf Hanselle im Gespräch mit Gottfried Jäger 

Quelle: PROFIFOTO9/2016 



Buchprojekt Wilhelm Fink Verlag, Paderborn 2016

Gottfried Jäger

Abstrakte, konkrete und generative Fotografie.

Schriften zur Fotografie

Herausgegeben von Bernd Stiegler

Etwa 450 Seiten, ca. 100 Abbildungen

 

Klappentext:

Gottfried Jägers Arbeiten und Schriften markieren eine der wichtigsten und nachhaltigsten Neubestimmungen der Fotografie der letzten fünfzig Jahre. Konsequent verwandelte er bereits existierende Formen der Abstraktion in eine radikale Befragung des medialen Charakters der Fotografie und führte diese zur konkreten und zur generativen Fotografie. Die Fotografie wird nun zu ihrem eigenen Gegenstand und die von ihr erzeugten Bilder sind Erkundungen der Grenzen und Möglichkeiten der Fotografie als solcher: Sie wird Fotografie der Fotografie. Dabei beschritt er immer zwei Wege: Seine fotografischen Arbeiten waren durchweg begleitet durch ebenso scharfsinnige und materialreiche wie programmatische Texte. Gottfried Jäger wurde für sein Werk 2014 mit dem renommierten Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie ausgezeichnet. Seine Schriften zur Fotografie erscheinen nun in ihrer ganzen Breite zusammen mit zahlreichen Dokumenten aus der Werkstatt.